

Der Umweltvorteil einer Wärmepumpe hängt stark von der zur Wärmeproduktion benötigten Strommenge ab. Das heisst davon, wie viel Umweltenergie aus Gewässern, Boden oder Luft genutzt wird. Das Verhältnis der im Laufe eines Jahres abgegebenen Wärmemenge bezogen auf die eingesetzte elektrische Energie heisst Jahresarbeitszahl. Über sämtliche ewz-Anlagen gerechnet beträgt die Jahresarbeitszahl 3,6. Das bedeutet, dass wir in unserem Unternehmen mit 1 kWh Strom 3,6 kWh Wärme und Kälte erzeugen. Selbstverständlich beziehen wir dazu Strom aus erneuerbaren Quellen.
Eine mögliche Energiequelle für Wärmepumpen ist die Abwärme aus Abwasserreinigungsanlagen oder Rechenzentren. Daneben können auch Erdwärme, Holz sowie Grund-, See- und Flusswasser als Wärme- und Kältequellen genutzt werden. Diese erneuerbaren Energieträger stehen lokal zur Verfügung; ein Import ist nicht erforderlich.
Die folgende Grafik zeigt, dass Heizöl- und Erdgasheizungen pro erzeugter Wärmeeinheit die höchsten Treibhausgasemissionen (THG) verursachen. Wärmepumpen, die mit erneuerbarem Strom betrieben werden, schneiden hingegen am besten ab. Die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen der ewz-Energieverbunde lagen im Jahr 2025 bei rund 69 g CO₂-eq pro kWh*. Der Anstieg gegenüber 2024 (46 g CO₂-eq pro kWh) ist auf die Übernahme der ehemaligen ERZ-Wärmeverbunde der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz sowie des Holzheizkraftwerks Aubrugg zurückzuführen.
*Gemäss Bilanzierungsregeln des Koordinationsgremiums der Bauorgane des Bundes (KBOB).
Die unten grafisch dargestellten Umweltbelastungspunkte (UBP) geben den Grad der Umweltbelastungen an, die von unterschiedlichen Wärmeerzeugungsarten ausgehen. UBP haben ihren Ursprung in der Methode der ökologischen Knappheit, die in der Schweiz entwickelt wurde. Für ihre Berechnung wird ein breites Spektrum von Umweltauswirkungen berücksichtigt. Mit Heizöl und Erdgas betriebene Heizungen haben die stärksten Umweltauswirkungen. Dies ist eine Folge der Förderung fossiler Brennstoffe und der CO₂-Emissionen während des Betriebs. Die niedrigsten Werte verzeichnen Wärmepumpen, die mit erneuerbarem Strom betrieben werden. Der Vergleich mit schweizerischen Fernwärmenetzen zeigt, dass sie deutlich umweltfreundlicher sind als fossile Heizungen.
Nah- und Fernwärmenetze lassen sich mit unterschiedlichen Energiequellen betreiben und sind dadurch beinahe überall realisierbar. Besonders gut für die Erschliessung eignen sich Standorte mit einer starken Wärme- und/oder Kältenachfrage. In der Stadt Zürich und in vielen anderen Gemeinden der Schweiz sind die Voraussetzungen optimal.
Für die Klimaziele der Stadt Zürich ist die schnelle Realisierung einer hohen Anzahl klimafreundlicher Wärme- und Kälteverbunde eine zwingende Aufgabe. Zugleich ist diese notwendige Transformation der Wärmeversorgung eine der wesentlichen Herausforderungen der kommenden zwei Jahrzehnte. Ein Generationenprojekt, welches neben dem Ausbau neuer thermischer Netze auch die energetische Sanierung vieler älterer Liegenschaften vorantreiben muss. Die Geschichte der Fernwärme in Zürich begann bereits in den 70er Jahren mit der Nutzung der Abwärme aus der Kehrichtverbrennung. In den 2000er Jahren ergänzten dann erneuerbare Energiequellen, unter anderem Seewasser, oder Abwärme aus gereinigtem Abwasser, das Fernwärmeangebot.
Seit Januar 2025 umfasst das Fernwärmenetz von ewz in der Stadt Zürich rund 250 km und ist somit das grösste Fernwärmenetz der Schweiz. Bis 2040 soll das thermische Netz in der Stadt auf rund 400 km wachsen. Heute erschliessen die Fernwärmenetze rund ein Drittel der Stadt, bis 2040 sollen es rund 60% sein. ewz nimmt sich dieser Herausforderung an und treibt den Ausbau mit hohem Tempo voran. Weitere Informationen zur Fernwärme und den Meilensteinen via Fernwärme in der Stadt Zürich.
CO₂-eq ist eine Masseinheit, die zur Vereinheitlichung der Treibhausgaswirkung verschiedener Klimagase verwendet wird. Ein Beispiel: Methan (CH₄) ist 25-mal klimaschädlicher als CO₂. Das Treibhausgaspotenzial von 1 g Methan entspricht deshalb 25 g CO₂‑eq.
Umweltbelastungspunkte (UBP) sind eine Methode zur Darstellung der Umweltbelastungen von Produkten oder Verfahren. Berechnet werden sie nach der in der Schweiz entwickelten Methode der ökologischen Knappheit, die ein breites Spektrum von Umweltbelastungen berücksichtigt und in einer Kennzahl (den Umweltbelastungspunkten) zusammengefasst wird.