Mit dem Ausbau der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen wird zunehmend dezentral Strom ins Netz eingespiesen, insbesondere aus Photovoltaikanlagen. Dies führt zu einer starken Belastung der Stromnetze. Durch eine intelligente Steuerung von Erzeugung und Verbrauch von Strom kann der notwendige Ausbau des Netzes gezielter erfolgen. Hierfür sind jedoch genaue Kenntnisse des Verteilnetzes erforderlich, die im Niederspannungsbereich mangels Möglichkeiten zur Messung der entsprechenden Werte bisher kaum zur Verfügung stehen.

Vom Prototyp zum markttauglichen Messgerät

Beim Mangel an Messwerten setzte das Pilotprojekt «GridBox» an, welches das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) gemeinsam mit der Supercomputing Systems AG (SCS), der BKW Energie AG (BKW) und der Bacher Energie AG (BEAG) durchgeführt hat und vom Bundesamt für Energie unterstützt wurde. Mit den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt und den Erkenntnissen aus der Testphase in Zürich-Affoltern soll nun ein hochwertiges Netzqualitätsmessgerät entwickelt und auf dem Markt angeboten werden. Mit dem Gerät lassen sich starke Belastungen der Verteilnetze frühzeitig erkennen. Ein allfälliger Netzausbau kann dann gezielt dort erfolgen, wo er notwendig ist, und die Erzeugung und der Verbrauch von Energie kann intelligent gesteuert werden.Potenzielle Kunden des Produkts sind Netzbetreiber.

ewz will sich beteiligen

Das ewz will sich an der zu gründenden Gesellschaft zum Vertrieb des Geräts beteiligen. Dadurch können die Bedürfnisse des ewz bzw. der Stadt Zürich bei der Weiterentwicklung des Geräts einfliessen. Die Gesellschaft setzt sich aus dem Kreis der Partner zusammen, die am Pilotprojekt beteiligt waren. Mit dem Angebot des intelligenten Messgerätes leisten das ewz und seine Partner einen Beitrag zu einem effizienteren und weniger störungsanfälligen Netzbetrieb. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, den für das Pilotprojekt bewilligten Objektkredit von 1,82 Mio. Franken für die Beteiligung des ewz um 1,78 Mio. auf 3,60 Mio. Franken zu erhöhen.