Ermöglicht wird die Renaturierung von engagierten ewz-Ökostromkundinnen und Ökostromkunden, die ihren Strom aus einem der sieben mit dem höchsten Stromlabel naturemade star zertifizierten Kraftwerke von ewz beziehen. Die naturemade star-Zertifizierung garantiert eine möglichst umweltschonende Stromproduktion nach höchsten ökologischen Anforderungen. Für jede von Kundinnen und Kunden bezogene  Kilowattstunde Ökostrom fliesst jeweils 1 Rappen in den naturemade star-Fonds von ewz. Mit diesem Geld können nachhaltige Projekte in Zusammenhang mit Renaturierungen und Förderung der Biodiversität bei Gewässern umgesetzt werden.

Die 240‘000 Franken für die Oberengadiner Flusslandschaft stammen aus dem naturemade star-Fonds des ewz-Kraftwerks Castasegna im Bergell, welches das grösste mit diesem Label zertifizierte Kraftwerk in der Schweiz ist. ewz ist der führende Anbieter von Ökostrom in der Schweiz und der mit Abstand grösste Produzent von Strom aus Wasserkraftanlagen mit dem Qualitätszeichen naturemade star. Jährlich stehen dem Fonds rund 4,5 Millionen Franken zur Verfügung.

Projektideen werden laufend gesucht und können auch von Privatpersonen via www.ewz.ch/naturemadestarfondseingereicht werden. Weitere Infos zum naturemade star-Fonds sind auf der Website sowie im 2016 erschienenen Jahresbericht ersichtlich.

Die Revitalisierung schafft die Voraussetzungen für eine naturnahe Entwicklung der Inn–Auenlandschaft.

Mit der Korrektion des Inn wurde die Auenlandschaft ihrer natürlichen Dynamik beraubt. Abklärungen und Studien der ETH zeigten einen erheblichen Sanierungsbedarf. Die Stimmberechtigten der Gemeinde Bever entschieden sich im Jahr 2010 für eine nachhaltige Revitalisierung, ohne die durch den Kanalbau neu entstandenen Ökosysteme zu zerstören.

Zahlreiche Hochwasser hatten in der Vergangenheit immer wieder zu Dammbrüchen und in Folge zur Errichtung von Schutzbauten geführt. Durch den Bau von Inndämmen 1952 und 1962 entstanden zwar neue Überwinterungs- und Bruthabitate, zum Beispiel für die geschützte Kreuzotterpopulation. Im Inn kam es hingegen zu bedeutenden fischökologischen Defiziten und der kanalisierte Fluss trennte die Auenlandschaft in zwei Teile.

Das Ziel der Revitalisierung der Inn–Auen ist die Entwicklung vielfältiger, ökologischer Auenlebensräume. In der zweiten Phase der Inn-Revitalisierung, die heute mit dem Spatenstich in Bever beginnt, wird das Flussbett des Inn daher auf 90 Metern Breite aufgeweitet. Innerhalb dieser 90 Meter wird der Fluss Gestaltungsfreiheit erhalten und seinen Lauf dynamisch verändern, wobei auch höher gelegene Kiesbänke durch Hochwasser hin und wieder überflutet werden. Die bestehenden Binnengewässer werden integriert, ohne sie während der Bauarbeiten zu verändern, und die neuen Dämme gewähren wie bisher den Hochwasserschutz für die umliegenden Flächen.