Im Jahr 2015 ereigneten sich in der Stadt Zürich 108 Stromausfälle, was dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht. Fast die Hälfte der Störungen wurde durch Beschädigungen durch Dritte verursacht, die andere Hälfte verteilt sich auf verschiedene Ursachen wie beispielsweise Alterung sowie Materialfehler. Die Kundinnen und Kunden müssen im Mittel alle acht Jahre mit einem Stromausfall rechnen. Bis der Strom bei den Betroffenen wieder fliesst, dauert es durchschnittlich rund 90 Minuten.

Störungsursachen und Massnahmen

Die häufigste Ursache für Versorgungsunterbrüche sind unbeabsichtigte Kabelbeschädigungen bei Arbeiten von Drittfirmen. Im Durchschnitt fällt deshalb in der Stadt Zürich einmal pro Woche der Strom aus. Oft konsultieren Baufirmen die Pläne für elektri­sche Leitungen nicht wie vorgeschrieben und beschädigen sie dann bei Grabarbeiten. Dies ist nicht nur unangenehm für die betroffenen Kundinnen und Kunden. Für Baumitarbeitende kann es fatale Folgen wie einen tödlichen Stromschlag haben. Weitere Konsequenzen sind die Sachschäden, welche den verantwortlichen Baufirmen verrechnet werden sowie der Minderwert der reparierten Anlagen. Bei lang dauernden Instandsetzungsarbeiten fehlen zudem die entsprechenden Reservekapazitäten im Stromnetz. In Zukunft wird ewz noch stärker versuchen, die Baufirmen auf die Gefahren und Kosten durch die Beschädigung elektrischer Leitungen zu sensibilisieren. Ausserdem reicht ewz Strafanzeige gegen die Verantwortlichen ein, wenn die Fahrlässigkeit zu massiven Schäden führt. Die zwei grösseren Stromausfälle in der Stadt Zürich im Dezember waren auf techni­sche Defekte zurückzuführen. Um solche Ausfälle möglichst zu vermei­den, führt ewz regelmässige Kontrollen durch. Um die Auswirkungen eines Ausfalls zu minimieren betreibt ewz zudem ein Reservenetz in der City, welchem sich Kundinnen und Kunden anschliessen können. Im Zusammenhang mit den Störungen der vergangenen Jahre hat ewz die Prozesse kontinuierlich verbessert und Massnahmen im Bereich der Erstintervention getroffen. Das Ziel ist, unsere Kundinnen und Kunden im Störungsfall möglichst schnell aus anderen, nicht von der Störung betroffenen Anlagen wieder zu versorgen und anschliessend die effektive technische Störung beheben zu können.

Vergleich Schweiz

Im schweizweiten Vergleich weist ewz eine gute Stromversorgungsqualität auf. Kundinnen und Kunden in der Stadt Zürich müssen wegen Störungen im Mittel (2011 bis 2015) pro Jahr mit einer Unterbrechungsdauer von 10 Minuten (SAIDI[1]) rechnen, der schweizerische Durchschnitt für ungeplante Störungen liegt bei 16 Minuten[2] (die Werte fürs Jahr 2015 hat ElCom noch nicht publiziert). Auffällig ist die überdurchschnittlich hohe Anzahl von Stromausfällen in der Stadt Zürich aufgrund von Fremdeinwirkung. Dies ist vermutlich durch die hohe Bau­tätig­keit begründet. Das ewz-Versorgungsnetz in Graubünden verzeichnet andere Hauptursachen: Mehr als die Hälfte der insgesamt 18 Stromausfälle wurde durch Naturereignisse wie umgestürzte Bäume und Vögel in Freileitungen verursacht.

[1] System Average Interruption Duration Index

[2] Die Daten der Elcom beinhalten nur Ereignisse von  >= 3 Minuten und ländliche Verteilnetze, was sich in einem höheren SAIDI-Wert niederschlägt.