Energieeffiziente Sportarena für Lausanne.

Das Energiekonzept von ewz für die drei Eisbahnen und vier Schwimmbecken der neuen Vaudoise aréna in Prilly bei Lausanne macht sich den Umstand zunutze, dass dort sowohl Kälte als auch Wärme benötigt werden. Die bei der Kälteerzeugung entstehende Abwärme wird direkt für die Produktion von Warmwasser genutzt. Damit werden beim Projekt jährlich bis zu 6000 MWh Wärme geliefert, was einer CO2-Reduktion von bis zu 1200 Tonnen entspricht, gegenüber einer Anlage mit fossilen Brennstoffen.

2017 haben die in der Umsetzung von Energieprojekten erfahrenen Services industriels de Lausanne (SiL) und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz), das umfassendes Know-how in der Energieversorgung von Sportanlagen wie beispielsweise dem Hallenstadion Zürich besitzt, entschieden, gemeinsam die energieeffiziente Versorgung des neuen Sportzentrums im Auftrag von Centre Sportif de Malley (CSM SA) umzusetzen. Dazu gründeten sie die LaZur Energie SA (La für Lausanne und Zur für Zürich), an der ewz zu 51% und SiL zu 49% beteiligt sind. 

Dass am selben Standort sowohl Wärme als auch Kälte erzeugt werden müssen, stellt für das von ewz erarbeitete Energiekonzept einen wesentlichen Vorteil dar. Die fünf Kältemaschinen sorgen für Temperaturen von bis zu -13° C für die Herstellung der Eisflächen, Kälte für die Entfeuchtung des Eishockeystadions und die Gebäudeklimatisierung. Die damit erzeugte Abwärme wird direkt zur Beheizung des Gebäudes und die Bearbeitung der Eisflächen genutzt. Mithilfe zweier Wärmepumpen wird die Restwärme je nach Wärmebedarf weiter erhitzt, beispielsweise für die Schwimmbecken oder um das Heisswasser für die Sanitäranlagen wie Duschen zu erzeugen. Da die Abwärme der Kältemaschinen bereits 32° C erreicht, erzielen die Wärmepumpen einen überdurchschnittlichen Wirkungsgrad. 

Für die Kälteerzeugung kommt 100% erneuerbare Energie zum Einsatz, unter anderem von 636 (von insgesamt 2264) Solarmodulen mit 305 Watt Peak, die auf dem Dach der Vaudoise aréna installiert wurden. Den restlichen Strombedarf liefern die SiL aus 100% erneuerbarer Energie. Die Wärmeproduktion ist zu 80% CO2-frei. Dies liegt insbesondere daran, dass zur Abdeckung kurzzeitiger Nachfragespitzen bei der Wärme, z. B. zum Nachfüllen der Schwimmbecken, zu 50% erneuerbar produzierte Fernwärme genutzt wird. 

Die Anlagen werden nach dem Prinzip des Energie-Contractings finanziert. Die LaZur Energie SA plant und baut die Anlagen und unterhält sie über einen Zeitraum von 30 Jahren. Die Leistung wird gemäss der effektiv genutzten Wärme- und Kälteenergie in Kilowattstunden an die Vaudoise aréna weiterverkauft. 

Marie Oswald

Marie Oswald

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