Im August 1892 produzierte das ewz-Kraftwerk Letten erstmals Strom für das damalige Hotel Victoria. Da die Nachfrage nach elektrischer Energie in der Stadt Zürich stieg, baute ewz sein Wasserkraft-Portfolio stetig aus. 1909 nahm ewz schweizweit die erste, rund 140 Kilometer lange Übertragungsleitung von Sils i.D. in Graubünden bis in die Stadt Zürich in Betrieb. 1924 wurde mit dem Kraftwerk Wägital das erste Partnerwerk der Schweiz gebaut. Heute betreibt ewz eigene Wasserkraftwerke in den Kantonen Aargau, Graubünden und Zürich und hält Beteiligungen in den Kantonen Bern, Graubünden und Tessin.

 

Auf dem Weg zur 2000-Watt Gesellschaft

Für Investitionen in Wasser-, Wind- und Solarstromanlagen im In- und Ausland, sowie für weitere Vorhaben auf dem Weg zur 2000-Watt Gesellschaft bedarf es Flexibilität. Am
24. September 2017 werden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich über einen neuen
200-Millionen-Rahmenkredit für den Ausbau erneuerbarer Energien abstimmen. Das Stadtzürcher Stimmvolk hat bereits im Mai 2009 einen Rahmenkredit von 200 Mio. Franken für Windkraftanlagen gutgeheissen. ewz hat eigene Windparks in Deutschland sowie Beteiligungen an Onshore- und Offshore-Windparks in der Schweiz sowie im Ausland.

Als eines der ersten Unternehmen in der Schweiz hat ewz im Jahr 2006 Ökostromprodukte für alle Kundinnen und Kunden der Stadt Zürich lanciert. Im Jahr 2015 kam mit «ewz.meinsolar» das erste Solarprodukt für Eigenheimbesitzerinnen- und besitzer auf den Markt. Verrechnungslösungen für Eigenverbrauchsgemeinschaften sowie Solarstromanlagen für Wohngenossenschaften und Gebäude sind ebenfalls Teil des aktuellen Stromproduktportfolios.

 

Energiedienstleistungen gewinnen weiter an Bedeutung

ewz gehört in der Schweiz zu den drei grössten Anbietern von Energiedienstleistungen. Ende 2016 waren 251 Anlagen in Betrieb, mit denen sich im Vergleich zu konventionellen Lösungen mit fossilen Energieträgern, jährlich etwa 16.9 Mio. Liter Heizöl einsparen lassen, was den CO₂-Ausstoss um rund  44'700 Tonnen CO₂ vermindert. Für die Privatwirtschaft hat ewz mit diesem Geschäftsfeld bisher ein Auftragsvolumen von insgesamt 370 Millionen Franken generiert. Weil die bisherigen Rahmenkredite weitgehend ausgeschöpft sind, werden der Gemeinderat und die Stimmberechtigten über einen neuen Rahmenkredit in der Höhe von 200 Millionen Franken befinden. Dieser soll die Voraussetzung schaffen, dass ewz weiterhin Energiedienstleistungen anbieten kann. 

 

Glasfasernetz leistet wichtigen Beitrag zur digitalen Infrastruktur

Im Jahr 2007 wurden die Grundlagen für den Bau des städtischen Glasfasernetzes gelegt. Gemäss Leistungsauftrag ging ewz von einem Bedarf von 218‘000 Glasfaseranschlüssen bis Ende 2019 aus, was einer Erschliessungsquote von 90% entsprochen hätte. Die Stadt Zürich wächst weiter und es werden zusätzliche Wohn- und Geschäftsliegenschaften gebaut. Bei gleichbleibender Erschliessungsquote geht ewz heute von 271‘000 zu realisierenden Glasfaseranschlüssen aus. Dank der effizienten und laufend optimierten Bauweise können die 53‘000 zusätzlichen Glasfaseranschlüsse innerhalb des bewilligten Objektkredits von 400 Millionen Franken realisiert werden.
 

Dezentrale Energiespeicher und smartes Verteilnetz

ewz beteiligt sich an Entwicklungs- und Pilotprojekten in den Bereichen «Smart Grid» und Speichertechnologien. Dabei geht es um Monitoring-Systeme für das Netz, ein aktives Netzmanagement sowie dezentrale Energiespeicher. In Zürich-Affoltern hat ewz 2015 den ersten Batteriespeicher der Schweiz installiert. Mit dem Lithium-Ionen-Batteriespeicher in einer Überbauung der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) wird der Tagesstrombedarf von 75 Haushalten gespeichert. Der Einsatz neuer Speichertechnologien sowie die Entwicklung von Eigenverbrauchslösungen werden mit dem neuen Energiegesetz noch weiter an Bedeutung gewinnen. 



Kollaboration und digitale Lösungen

«Um auch in den nächsten 125 Jahren innovative Lösungen zu entwickeln, fördern wir sowohl die Innovationsaktivitäten unserer Mitarbeitenden als auch die Zusammenarbeit mit Start-Ups, die für die Entwicklung digitaler Lösungen und Geschäftsmodelle immer wichtiger wird», sagt ewz-Direktor Marcel Frei.

Deshalb engagiert sich ewz bei der Initiative digitalswitzerland, welche die Schweiz als innovativen Wirtschaftsstandort positionieren und neue Formen der branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen digitalen Start-ups, Unternehmen und Talenten etablieren will. Als Mitglied bei digitalswitzerlandunterstützt ewz die Initiative Kickstart Accelerator, die im ehemaligen ewz-Unterwerk Selnau stattfindet.