

Die Gemeinde Hausen am Albis am südlichen Ende des Kantons Zürich liegt eingebettet in ein intaktes Naherholungsgebiet mit Türlersee, Sihlwald und Seleger Moor. In dieser attraktiven Umgebung befindet sich das Rauchmatt-Areal – eines der bedeutendsten Entwicklungsgebiete der Gemeinde. Hier entsteht derzeit eine moderne Wohn- und Gewerbeüberbauung. Das Projekt umfasst drei Mehrfamilienhäuser mit 36 Mietwohnungen im mittleren Preissegment, sechs Reiheneinfamilienhäuser im Wohneigentum sowie drei Gewerbebauten. Die Neubauten verbinden zeitgemässes Wohnen und attraktive Gewerbenutzung und leisten einen wichtigen Beitrag zur qualitätsvollen Ortsentwicklung.
Mit dem Spatenstich im Frühling 2026 startete die erste Etappe für die Erstellung der Wohnbauten. Die von der Hauptstrasse abgewandten, von grosszügigen Grünflächen umgebenen Baukörper bieten dank dem ansteigenden Terrain einen Weitblick in die Landwirtschaftszone und sind über eine gemeinsame Tiefgarage erschlossen. Raumhohe Fenster schaffen eine lichtdurchflutete Wohnatmosphäre. Eine Holzfassade mit umlaufenden horizontalen Bändern prägt das Äussere. Die drei Gewerbebauten mit rund 7000 Quadratmetern Fläche entlang der Hauptstrasse sind als Holzkuben von 30 auf 30 Meter konzipiert und werden in einer zweiten Bauetappe realisiert. Durch die zurückhaltende Materialisierung mit Holz tritt das Ensemble in einen Dialog mit der Umgebung und bildet einen sanften Übergang zwischen dem Ortskern und der Landwirtschaftszone.

Für die private Bauherrschaft stand von Beginn weg fest, dass die Energieversorgung für die Wohn- und die Gewerbenutzung hohen ökologischen Anforderungen genügen muss. Ziel war eine zu 100 Prozent klimaneutrale Lösung von einem Gesamtanbieter, der sämtliche Energiedienstleistungen von der Planung über den Bau und den Betrieb zuverlässig sicherstellt. ewz konnte mit einem umfassenden Energiekonzept in einem Contracting‑Modell sowie der langjährigen Erfahrung bei vergleichbaren Projekten überzeugen.
Kern der Energieversorgung der ersten Bauetappe ist die Wärmeerzeugung mit Erdwärmesonden. Im Frühling 2026 wurden 16 Erdwärmesonden mit einer Tiefe zwischen 220 und 250 Meter gebohrt. Voraussichtlich ab Spätsommer 2027 nutzen die in jedem Gebäude installierten Wärmepumpen die thermische Energie, welche die Sonden dem Untergrund entziehen, zur Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. Das Heizsystem ist mit technischen Speichern versehen, welche die Laufzeiten der Wärmepumpe optimieren. Zudem wird immer ein Tagesbedarf an Warmwasser vorproduziert.
An heissen Sommertagen lässt sich das Erdreich für Freecooling (auch Geocooling) nutzen. Beim Zirkulieren durch die Räume nimmt kühles Wasser thermische Energie auf, sodass die Raumtemperatur sinkt. Bei dieser passiven Kühlmethode sind lediglich die Umwälzpumpen in Betrieb, nicht aber die Verdichter der Wärmepumpen. Das Freecooling ist dadurch eine äusserst energiesparende Kühlmethode und dient überdies zur Regeneration der Erdwärmesonden. Die Wärme, die den Räumen entzogen wird, wird über die Sonden ans Erdreich abgegeben, was einer langfristigen Auskühlung und einem abnehmenden Wirkungsgrad der Wärmepumpe entgegenwirkt.
Zur Versorgung der Wohnungen und Reiheneinfamilienhäuser mit erneuerbarem, lokal produziertem Strom werden die Flachdächer der drei Mehrfamilienhäuser vollständig mit Photovoltaikmodulen belegt – insgesamt rund 1’000 Quadratmeter. Auch auf den Gewerbebauten sollen später PV-Module installiert werden. Damit der Solarstrom möglichst effizient vor Ort genutzt werden kann, gründet ewz für die Bewohner*innen des Wohnteils und später auch für die Nutzer*innen der Gewerbebauten je einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Dies erhöht den Eigenverbrauch, verbessert die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage und entlastet das öffentliche Stromnetz. Zudem profitieren die ZEV‑Teilnehmenden von tieferen Energiekosten, da der vor Ort erzeugte Solarstrom günstiger ist als Strom aus dem Netz.
Um Stromproduktion und Stromverbrauch optimal aufeinander abzustimmen, laufen die grossen Bezüger wie die Wärmepumpen dann, wenn viel Solarstrom produziert wird. In zweiter Priorität steht der Solarstrom auch zum Laden der Elektrofahrzeuge bereit. Der Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms liegt bei etwa 30 Prozent. Die PV-Anlage produziert mehr Strom, als zeitgleich vor Ort benötigt wird. Deshalb wird ein Teil ins lokale Stromnetz eingespeist, was der Netzbetreiber vergütet. Überdies bietet sich durch den grossen Solarertrag die Möglichkeit, den Solarstrom dereinst im Rahmen einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) weiter zu vermarkten. Bei einer LEG schliessen sich Stromproduzenten und Endverbraucher zusammen, um den Solarstrom innerhalb einer Gemeinde über das öffentliche Verteilnetz zu nutzen. Damit können die Eigentümer*innen die Rentabilität ihrer PV-Anlagen weiter optimieren, während die Verbraucher*innen von günstigen Konditionen für ökologisch hochwertigen Strom profitieren.

Zu Beginn werden 9 der insgesamt 70 Parkplätze der Wohnbauten mit Ladestationen ausgestattet. Die restlichen Parkplätze sind mit einer Grundinfrastruktur (gemäss dem SIA-Merkblatt 2060 «C1 – Power to Garage») vorbereitet. So können zusätzliche Wallboxen bei Bedarf innert kurzer Zeit installiert werden. Die ewz-Ladelösung beinhaltet zudem die Abrechnung für die Elektroautobesitzer*innen. Ein dynamisches Lastmanagement sorgt dafür, dass alle angeschlossenen Fahrzeuge in Abhängigkeit zum Verbrauch der gesamten Überbauung optimal geladen werden.
Geplant, realisiert, finanziert und betrieben wird die gesamte Energieversorgung durch ewz mit einem Energy-as-a-Service-Modell. Darüber hinaus übernimmt ewz auch die Abrechnung des individuellen Stromverbrauchs sowie die Installation und den Betrieb einer Enthärtungsanlage für das Trinkwasser. Für die Eigentümerschaft hat dies den Vorteil, dass vor Ort kein speziell geschulter Facility Manager präsent sein muss, was ihren personellen und finanziellen Aufwand für den Unterhalt reduziert.
Der Vertrag für die Energieversorgung zwischen der Eigentümerschaft und ewz läuft über 30 Jahre. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gehen die Anlagen ins Eigentum der Liegenschaftsbesitzer*innen über oder der Vertrag wird verlängert. Letztere Variante bedeutet, dass ewz die Anlage über eine neu vereinbarte Laufzeit weiterbetreibt und deren zuverlässigen Betrieb verantwortet.
Eigentümerschaft, Bewohner*innen und künftig auch die Nutzer*innen der Gewerbeflächen haben den Vorteil, dass sie sich bei sämtlichen Fragen rund um die Energieversorgung an einen einzigen, mit der Anlage vertrauten Ansprechpartner wenden können. Für die Bauherrschaft ist die Lösung aus einer Hand insbesondere hinsichtlich der Versorgungssicherheit attraktiv. Sie lagert das finanzielle wie auch das technische Risiko an ewz aus und profitiert von einer 24-7-Fernüberwachung. Im Fall einer Betriebsstörung stehen ewz-Mitarbeiter*innen bereit, die sich um eine möglichst rasche Problembehebung kümmern. Ein weiteres Plus für alle Beteiligten ist, dass die Energiekosten stabil und über mehrere Jahre budgetierbar sind.
Nach der Inbetriebnahme der Anlagen wird ewz die Verbrauchsdaten mit einem Monitoring kontinuierlich erfassen und überprüfen. Die Analyse der Daten ermöglicht es, das System während des Betriebs laufend zu optimieren und so zu justieren, dass es den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Nutzer*innen entspricht. Das Ziel ist ein effizienter Betrieb, der sowohl den Energieverbrauch wie auch die Kosten auf ein Minimum reduziert.
Da das Rauchmatt-Areal in zwei Etappen realisiert wird, muss die Energielösung frühzeitig für beide Bauabschnitte geplant und aufeinander abgestimmt werden. Dank der gesamtheitlichen Leistungserbringung durch ewz lassen sich Synergien bei Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit optimal nutzen.
Projektbeteiligte


