

Für Eigentümerschaften lohnt es sich, in den Klimakomfort ihrer Immobilien zu investieren, denn behagliche Raumtemperaturen gelten zunehmend als Kriterium für die Vermietbarkeit. Das neue Whitepaper «Gebäude effizient kühlen» zeigt, wie Immobilien heute gebaut oder saniert werden können, damit sie auch im Klima der Zukunft einen hohen Komfort bieten.
Gemäss den Klimaszenarien CH2025 sind die Mitteltemperaturen hierzulande bis 2024 um 2,9 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit (1871 bis 1900) gestiegen. Damit liegt die Schweiz über dem globalen Durchschnitt von 1,3 °C. Die Klimaszenarien prognostizieren, wie sich unser Klima bei globalen Erwärmungsniveaus von + 1,5 °C, 2 °C oder 3 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit verändern könnte. Gelingt es nicht, die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken, bedeutet das im Extremfall einer globalen Erwärmung von 3 °C für die Schweiz einen Anstieg von 4,9 °C.
Hitzetage mit Temperaturen von 30 °C und mehr sind bereits heute häufiger als im letzten Jahrhundert. Am stärksten von der Hitze betroffen sind Stadtbewohner*innen. Weil ein grosser Teil der urbanen Gebiete stark versiegelt ist, heizen sich die Oberflächen tagsüber besonders stark auf. Es entstehen sogenannte Wärmeinseln, die das nächtliche Abkühlen von Innenräumen erschweren.
Hohe Temperaturen wirken sich negativ auf den Raumkomfort aus. Allerdings ist das menschliche Komfortempfinden individuell. Nicht nur die Lufttemperatur beeinflusst die Behaglichkeit, sondern auch Luftströme, Temperaturunterschiede im Raum sowie die Luftfeuchtigkeit. Die meisten Menschen empfinden Räume mit 22 °C bis 26,5 °C als behaglich, weshalb der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) diese Temperaturspanne als Richtwert für sommerliche Raumtemperaturen nennt.
Laut dem Bericht «Klimaszenarien fürs künftige Innenraumklima» machen sich die klimatischen Veränderungen je nach Standort und Gebäudenutzung unterschiedlich bemerkbar. In praktisch allen Fällen ist künftig sowohl für Wohnbauten wie auch für Bürogebäude eine aktive Kühlung nötig, also ein Kühlsystem, für dessen Betrieb Strom benötigt wird.
Wie das künftige Klima den Energiebedarf von Wohnbauten in der Schweiz bis 2100 beeinflussen wird, hat die Studie «ClimaBau – Planen angesichts des Klimawandels» untersucht. Während der Energiebedarf fürs Heizen sinkt, verlagert sich der Fokus auf die Bereitstellung von Energie für die Kühlung. Es ist davon auszugehen, dass bereits ab Mitte dieses Jahrhunderts der Kühlbedarf in Wohnneubauten des Schweizer Mittellands in besonders heissen Jahren höher sein dürfte als der Heizwärmebedarf. In der Südschweiz werde der Heizwärmebedarf im Vergleich zum Kühlbedarf sogar nahezu unbedeutend sein.

Die Rahmenbedingungen für die Planung bilden unter anderem die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn). Diese fordern, dass Gebäude und Anlagen möglichst wenig Energie verbrauchen. Grundlagen für Planung, Bau und Betrieb von Klimakälteanlagen bietet auch die Norm SIA 384/4 «Klimakälteanlagen in Gebäuden – Grundlagen und Anforderungen», die eine ganzheitliche Betrachtung verlangt.
Ein Neubau, der heute geplant wird, sollte bis gegen Ende des Jahrhunderts funktionsfähig sein. Gemäss einer Studie gehören unter anderem folgende Punkte zur Bestellung: Analyse des Aussen- und Innenkomforts; Anforderungen an sommerlichen Wärmeschutz; maximale akzeptierbare Innenraumtemperaturen; Nachweis des thermischen Komforts.
Entspricht der Klimakomfort von Bestandsbauten im Sommer nicht mehr den aktuellen oder künftigen Anforderungen, sollte man folgende Massnahmen prüfen und priorisieren: sommerlicher Wärmeschutz; passive Kühlung mittels Nachtauskühlung oder Freecooling/Geocooling; aktive Kühlung wie beispielsweise der Einsatz von Kältemaschinen.
Für Eigentümerschaften lohnt es sich, in den Klimakomfort ihrer Immobilien zu investieren: Je heisser die Sommer, desto relevanter werden die Raumtemperaturen als Kriterium für die Vermietbarkeit von Liegenschaften. Koppelt man Kälte- und Wärmeversorgung, fallen tiefere Investitionskosten an als bei separaten Kühlsystemen. Zudem sind Immobilien mit einem langfristig angenehmen Innenraumklima zukunftssicher, ihr Marktwert steigt und es ist mit höheren Mieteinnahmen zu rechnen.
Fenster: Grosse Fensterflächen ermöglichen im Winter passive Wärmegewinne. Im Sommer hingegen können ungenügend beschattete und/oder energetisch schlechte Fenster die Erhitzung der Innenräume beschleunigen. Minergie empfiehlt bei Wohnbauten einen Fensteranteil in der Fassade zwischen 20 und 30%, bei Bürogebäuden 30 bis 40%.
Beschattung: Mit Storen, Fensterläden, Markisen oder einem Vordach lässt sich die direkte Einstrahlung vermeiden. Gleichzeitig soll der Sonnenschutz genug Tageslicht ins Gebäudeinnere lassen und im Winter solare Wärmegewinne ermöglichen.
Dämmung: Damit sich ein Gebäude nicht oder nur langsam erwärmt, braucht es eine gut gedämmte Gebäudehülle. Bei vielen Bestandsbauten gibt es hier Optimierungsbedarf.
Fassaden- und Dachbegrünung: Begrünungen können die Hitzeentwicklung an der Gebäudehülle reduzieren. Pflanzen dienen zur Beschattung von Dach- und Fassadenflächen und entziehen der Umgebung Wärme, wenn sie über ihre Blätter Wasser verdunsten.
Nachtauskühlung: Die einfachste Möglichkeit, ein Gebäude ohne Energieeinsatz abzukühlen, ist das nächtliche und frühmorgendliche Lüften über die Fenster. Die den Raum durchströmende kühlere Nachtluft nimmt die Wärme auf und transportiert sie nach draussen.
Freecooling/Geocooling: Beim Freecooling läuft lediglich die Umwälzpumpe. Das Wasser nimmt beim Zirkulieren durch die Räume thermische Energie auf, die Raumtemperatur sinkt. Die Wärme wird anschliessend an die fürs Heizen genutzte Energiequelle abgegeben – in der Regel ans Grundwasser, ans Erdreich (Geocooling) oder an ein thermisches Netz mit niedriger
Reversible Wärmepumpe: Beim reversiblen Betrieb erzeugt die Wärmepumpe Kälte statt Wärme. Diese kann man durch ein Flächenverteilsystem zirkulieren lassen, um die Räume abzukühlen. Der Kühleffekt bewegt sich in einem ähnlichen Bereich wie beim Freecooling, allerdings wird mehr Energie verbraucht, weil der Verdichter läuft.
Klimagerät/Klimaanlage: In der Schweiz sind Klimageräte respektive Klimaanlagen wenig verbreitet. Bei diesen Anlagen handelt es sich eigentlich um Luft-Luft-Wärmepumpen, welche die Luft direkt heizen oder kühlen. Das funktioniert meist schnell, benötigt aber mehr Energie.


Für Eigentümerschaften lohnt es sich, in den Klimakomfort ihrer Immobilien zu investieren, denn behagliche Raumtemperaturen gelten zunehmend als Kriterium für die Vermietbarkeit. Das neue Whitepaper «Gebäude effizient kühlen» zeigt, wie Immobilien heute gebaut oder saniert werden können, damit sie auch im Klima der Zukunft einen hohen Komfort bieten.


