In den vergangenen sieben Jahren hat ewz zusammen mit Swisscom die Basisinfrastruktur für ein flächendeckendes Glasfasernetz in der Stadt Zürich erstellt. Ende 2019 konnte der Bau des Glasfasernetzes abgeschlossen werden. Rund 90 Prozent der Liegenschaften mit 272'800 Nutzungseinheiten (Privathaushalte sowie Büro- und Gewerbebetriebe) sind angeschlossen. «Wir sind stolz, eines der komplexesten Projekte in der Geschichte von ewz termingenau, unfallfrei und innerhalb des Kredits von 400 Millionen Franken ausgeführt zu haben», sagt ewz-Direktor Marcel Frei. «Dank der effizienten und laufend optimierten Bauweise konnten wir aufgrund des markant angestiegenen Wohnungsbestands in der Stadt Zürich sogar 54'000 Glasfaseranschlüsse mehr realisieren, als 2012 bei der Volksabstimmung versprochen wurde.» Mit der Auslastung des Glasfasernetzes zeigt sich Marcel Frei ebenfalls zufrieden: «Bei der Volksabstimmung im Jahr 2012 gingen wir davon aus, dass der Marktanteil über 30 Jahre langsam auf 14 Prozent anwachsen wird. Diese Schwelle wurde bereits Ende 2018 erreicht und beträgt heute in einigen Quartieren sogar über 20 Prozent.» Am Bau des Stadtzürcher Glasfasernetzes waren rund 60 Unternehmen mit 1'000 Mitarbeitenden sowie Mitarbeitende von ewz und Swisscom involviert gewesen. Mit dem Glasfasernetz ermöglicht ewz der Zürcher Bevölkerung den Zugang zu den modernsten Kommunikationsdiensten und öffnet allen interessierten Service-Providern (zurzeit 13) den diskriminierungsfreien Zugang zum ewz.zürinet.

Ein komplexes und langjähriges Projekt

Die ersten Weichen für ultraschnelles Internet, digitales Fernsehen und digitale Telefonie in der Stadt Zürich wurden bereits im März 2007 gestellt. Damals verankerten die Stadtzürcher Stimmberechtigten mit einem Ja-Anteil von 64,9 Prozent die Telekommunikation als Aufgabe der öffentlichen Hand in der Gemeindeordnung. Gleichzeitig bewilligten sie einen Rahmenkredit von 200 Mio. Franken für die Erschliessung erster Zellen der Stadt Zürich mit Glasfasern. Durch den Entscheid der Stadt Zürich für ein ewz-Breitbandnetz hat die Swisscom ihre Kupferkabel-Strategie angepasst und ebenfalls begonnen, ein Glasfasernetz zu bauen. Um den Bau von parallelen Glasfasernetzen zu vermeiden, haben sich ewz und Swisscom daraufhin auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Deshalb musste der bestehende Leistungsauftrag angepasst und den Stimmberechtigten im September 2012 ein Objektkredit von rund 400 Mio. Franken vorgelegt werden. Dieser wurde mit 64,8 Prozent wie schon 2007 deutlich angenommen. Die Glasfasererschliessung hat sich durch den angepassten Leistungsauftrag und der Kooperation mit Swisscom von einem wirtschaftlichen Projekt zu einem langfristigen Infrastruktur- und Service-Public-Projekt gewandelt, vergleichbar mit der Stromnetz- oder Wasserversorgungs-Infrastruktur, jedoch ohne jegliches Monopol.

4-Faser-Modell in der Stadt Zürich

Die Kooperationspartner hatten sich die Ausbaugebiete in der Stadt Zürich aufgeteilt (ewz rund 75 Prozent, Swisscom rund 25 Prozent). Die Investitionskosten wurden zu 40 Prozent von ewz und zu 60 Prozent von Swisscom getragen. Um eine koordinierte Vorgehensweise bei der Glasfasererschliessung in der Schweiz zu gewährleisten, berief die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) einen runden Tisch ein, an dem sich die teilnehmenden Telekommunikationsunternehmen sowie die Stadtwerke auf ein Mehrfasersystem für die Schweiz einigten. Die Wohnungen und Geschäftsräume in der Stadt Zürich wurden entsprechend mit vier Glasfasern erschlossen. So haben Swisscom und ewz gleichzeitig Zugang zur Glasfaser-Steckdose in der Wohnung oder im Geschäft.

Neue Anschlüsse: Synergien mit dem Stromnetz nutzen

Seit Anfang Januar 2020 gilt für den Anschluss von Neu- und Ersatzbauten an das Glasfasernetz, dass ewz für den Abschnitt vom Interkonnektionspunkt bis zum Hausanschluss im gesamten Stadtgebiet zuständig ist. Da jeder Neubau auch ans Stromnetz angeschlossen wird, werden damit Synergien genutzt. Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer haben sich künftig an den Kosten für den Anschluss an das Glasfasernetz zu beteiligen. Diese betragen pauschal pro Gebäude 2'500 Franken und pro Nutzungseinheit 100 Franken. Die Gebäudeverkabelung hat durch die Eigentümerschaft zu erfolgen. Der Stadtrat hat am 11. September 2019 ein Reglement erlassen, das die Konditionen dafür festlegt (AS 732.220).