Umweltfreundliche Wärme und Kälte mit regionaler Wertschöpfung.

In Zürich-Altstetten und Teilen von Höngg soll ab Herbst 2019 ein nachhaltiger Energieverbund entstehen, der zum Heizen und Kühlen von Liegenschaften als Energiequelle das gereinigte Abwasser aus dem Klärwerk Werdhölzli und die Abwärme aus der Klärschlammverwertung nutzt. ewz plant, baut und betreibt den Energieverbund, der in der kommunalen Energieplanung festgelegt wurde. Es konnten bereits eine ausreichende Anzahl von Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern für den Anschluss an den Energieverbund gewonnen werden, so dass der Betrieb über die vorgesehene Laufzeit kostendeckend ist. Auch die neue ZSC-Arena wird Teil dieses Energieverbunds werden. Der Energieverbund Altstetten leistet einen Beitrag an die Erreichung der 2000-Watt-Ziele und erfüllt die Vorgaben der städtischen Energieplanung. Die Wärmeerzeugung ist zu mindestens 75 % CO2-neutral. Für die Realisierung dieses zukunftsorientierten Projekts wird mit Kosten von 128,7 Millionen Franken gerechnet. 

Die Etappen.

Der Energieverbund Altstetten soll in Etappen realisiert werden. Das Verbundgebiet wurde dazu unterteilt in Höngg, Altstetten Nord, Altstetten Mitte und Altstetten Süd. In der ersten Etappe baut  ewz in Höngg und im Gebiet Altstetten nördlich der Bahnlinie einen Wärme- und einen Kälteverbund. Eine Energiezentrale auf dem Areal des Klärwerks Werdhölzli liefert die Wärme, die aus dem gereinigten Abwasser und der Klärschlammverwertung stammt.

In der zweiten Etappe wird das Fernwärmenetz in Altstetten Nord und Höngg verdichtet. Der Ausbau geschieht laufend, entsprechend der Nachfrage von Eigentümerinnen und Eigentümern von Gebäuden. Ein Anschluss an den Energieverbund ist freiwillig. In der dritten Etappe wird die Anergieleitung vom Werdhölzli bis zum bestehenden ewz-Energieverbund Flurstrasse verlängert. Der Ausbau ist die Voraussetzung für die künftige umweltfreundliche Energieversorgung von privaten und städtischen Liegenschaften in Altstetten Mitte und Süd sowie im Gebiet Flurstrasse. Die Anergieleitung wird daher bereits für das gesamte Versorgungsgebiet angelegt.

Die Gebiete Altstetten Mitte und Süd sind nicht Gegenstand dieser Vorlage. Sie sollen nach und nach erschlossen werden, wenn die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb erfüllt sind. Diese Etappen des Verbunds werden durch die zuständigen städtischen Stellen separat bewilligt
. Die Gebiete Höngg und Altstetten Nord werden bei einem positiven Entscheid der Stimmberechtigten definitiv realisiert.

Die Abstimmungsvorlage.

Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich müssen am 10. Februar 2019 über einen Objektkredit von 128,7 Millionen Franken entscheiden. Die Vorlage umfasst:

  • Bau eines Wärme- und Kälteverbunds im Stadtteil Höngg und im Gebiet Altstetten nördlich der Bahnlinie (Altstetten Nord). Es sollen die zur Energieversorgung erforderliche Anergieleitung sowie die Fernwärme- und Fernkälteleitungen zum Transport der Energie zu den bereits akquirierten Kundinnen und Kunden errichtet werden.
  • Verdichtung des Fernwärme- und Kältenetzes zur Versorgung weiterer Liegenschaften im Verbundgebiet Höngg und Altstetten Nord. Ziel ist es, im Endausbau einen Deckungsgrad von 70 Prozent der Wärmenachfrage über den Energieverbund zu erreichen.
  • Ausbau der Anergieleitung ab dem Gebiet Altstetten Nord durch das Gebiet Altstetten Mitte bis zur Energiezentrale Flurstrasse. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, die Energiequelle für weitere Quartierteile in den Verbundgebieten Altstetten Mitte sowie Flurstrasse zu nutzen. Zudem könnte später von dieser Leitung aus auch das Gebiet Altstetten Süd erschlossen werden.
Stadtrat und Gemeinderat empfehlen ein Ja zur Vorlage.

Der Gemeinderat stimmte am 14. November 2018 mit 101 zu 14 Stimmen dem Energieverbund zu. Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich werden am 10. Februar 2019 über das Vorhaben abstimmen.

Wie funktioniert der Energieverbund?
Im Klärwerk Werdhölzli wird das gesamte Abwasser der Stadt Zürich gereinigt. Bevor das saubere Wasser in die Limmat fliesst, wird ihm Wärme entzogen. Diese wird in einen mit Wasser betriebenen Zwischenkreis überführt, das sogenannte Anergieleitungsnetz. Es dient in den Energiezentralen der erschlossenen Gebiete als Energiequelle für die Wärmepumpen. Mit den Anlagen wird die gewünschte Nutzwärme und -kälte erzeugt. Die produzierte Wärme wird über das Fernwärmenetz zu den Kundinnen und Kunden geliefert. Über ein separates Fernkältenetz können Gebäude auch mit Kälte versorgt werden.

Erfolgreiche Energieverbunde.
Mit dem Energieverbund Schlieren verfügt ewz bereits über ein Referenzprojekt in unmittelbarer Nähe, das seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in Betrieb ist und einen kleineren Teil des gereinigten Abwassers nutzt. Mittlerweile sind über 70 Liegenschaften daran angeschlossen, was eine jährliche Einsparung von über 3,4 Millionen Liter Heizöl ermöglicht.

Zudem hat ewz bereits mehr als 280 innovative und nachhaltige Energiedienstleistungs-Anlagen im Einsatz. Diese sorgen in der ganzen Schweiz für Wärme, Kälte und Frischluft.