Ein E-Roadtrip ohne Einschränkung

Für seine Ferien plante Stefan einen einwöchigen Roadtrip durch die Schweiz, Frankreich und Italien. Und zwar mit einem rein elektrischen Fahrzeug. Eines zu einem erschwinglichen Preis. Und eines, das genug Komfort bietet. Aufgrund der Kritiken sollte die Reichweite des E-Mobils nicht zu gross sein. Die Wahl eines VW e-Golf lag nahe*: Die komfortable Ausstattung, die reale Reichweite von ca. 220 km und die Möglichkeit zum Schnellladen entsprachen den gewünschten Anforderungen.

Damit im Ausland immer genügend Ladepunkte zur Verfügung standen, meldete sich Stefan bei swisscharge und einem weiteren Ladenetzwerk an. Ansonsten traf er keine speziellen Vorbereitungen für seine E-Ferien. Er startete optimistisch unter der Prämisse: «Ladestationen gibt es überall.»

2000 Kilometer elektrisch unterwegs

Stefans erste Destination war das Open Air Gampel. Nach einer Nacht auf dem Camping in Raron fuhr er weiter nach Frankreich, dann kam er zurück in die Schweiz für ein Konzert in Genf. Anschliessend fuhr er nach Italien an den Lago Maggiore und kehrte über den Gotthard nach Zürich zurück. Insgesamt legte Stefan mehr als 2000 km durch die grüne Schweiz, die Auvergne-Rhone-Alpen und das malerische Piemont zurück.

Laden geht by the way

Anstelle von Google Maps setzte Stefan vor der Abfahrt auf «A Better Routeplanner». Diese Seite zeigt nicht nur den Weg, sondern auch die empfohlenen Ladestopps. Kein lästiges Suchen nach Stationen also!

Bei 2000 gefahrenen Kilometern und ca. 220 km Reichweite brauchte Stefan neun volle Batterieladungen. Das klingt nach viel Umtrieben. Jedoch wurde der e-Golf meist über Nacht geladen. Nur auf den längeren Fahrten waren Schnellladestopps nötig. Viele Leute überschätzen auch die Ladedauer. Stefans Pausen dauerten nur zwischen 5 und 25 Minuten, kombiniert mit dem üblichen WC-Stopp und Beinevertreten. Überdies kann man Hotel- und Restaurantbesuche sowie Einkäufe auch für das Laden nutzen, da immer mehr Stationen vorhanden sind.

Kein Anstehen zum Laden

Häufig liest man, dass noch zu wenig öffentliche Ladeinfrastruktur vorhanden sei. Dabei beziehen sich die Autoren meist auf Szenarien, in welchen ein signifikanter Teil der Fahrzeugflotte elektrisch fährt. Tatsächlich ist dieser Teil noch sehr klein. Es besteht fast ein Überangebot. Stefan musste zum Laden nicht einmal warten oder ausweichen. Selbst in kleinen Dörfern und auf dem Land gab es immer Stationen. Besonders gut waren die Bedingungen für Elektroautos in Frankreich. Chapeau!

Gesamte Energiekosten: 104 Franken

Generell hat die Ladeinfrastruktur einen schlechten Ruf. Man sagt, sie sei mühsam zu bedienen und unzuverlässig. Auch wenn Benutzerfreundlichkeit nicht immer grossgeschrieben wird: Stefan kann dieses Vorurteil nicht bestätigen. Alle von ihm benutzten Stationen haben einwandfrei funktioniert. Obwohl er meistens für das Laden des e-Golfs bezahlen musste, betrugen die gesamten Energiekosten lediglich 104 Franken. Mit einem äquivalenten Verbrenner hätte er doppelt oder dreimal so viel für die 2000 km bezahlt.

Top für Camping, spitze auf dem Pass

Elektroautos eignen sich hervorragend für Campingplätze. Es gibt fast immer Industriesteckdosen mit separater Absicherung; man lädt das Auto bequem neben dem Zelt auf. Stefan probierte es in der Schweiz und in Italien aus. Sein Tipp: Den passenden Adapter nicht vergessen – und sich nicht über neugierige Blicke der Nachbarn wundern.

Nebst den ökologischen Überlegungen sprechen Fahrspass und Komfort für ein Elektromobil. Das Kurven über den Gotthard hatte Stefan noch nie so viel Spass bereitet wie mit dem E-Golf: Die unglaubliche Beschleunigung, gemischt mit der sanften und ruhigen Fahrweise – unbeschreiblich! Die Autoindustrie hat Jahrzehnte daran gearbeitet, ihre Wagen schnell und ruhig zu bauen. Bei E-Wagen sind diese sonst kostspieligen Eigenschaften Standard.

Stefans Fazit: Mit einem Elektroauto bieten sich lange Reisen genauso an wie sportliche Spritztouren. E-insteigen bitte!